- Jagdverhalten ist angeboren und lässt sich nicht wegtrainieren, aber umlenken und kontrollieren.
- Wichtige Bausteine sind Rückruf, Impulskontrolle, Schleppleine und eine Ersatzbeschäftigung wie Reizangel, Dummy oder Nasenarbeit.
- Auch Retriever, Spaniel und Terrier sind Jagdhunde. Die Rasse sagt viel, aber nicht alles über den einzelnen Hund.
Hat jeder Hund einen Jagdtrieb und gibt es Unterschiede bei den Hunderassen?
Die Veranlagung zum Jagen ist in jedem Hund genetischt bedingt. Manche Hunde rennen bereits bei dem Geruch eines Wildtieres wie angestochen los, während andere Hunde dafür erst Sichtkontakt herstellen müssen. Wieder andere Hunde interessieren sich so gar nicht für ein vorbeilaufendes Reh. Die Stärke des Jagdtriebs hängt von der Hunderasse ab. Es gibt Rassen, die speziell für die Jagd gezüchtet wurden. Dazu zählen unter anderem folgende Rassen:- Beagle
- Deutsch Kurzhaar
- Dackel
- Weimaraner
- Terrier
- Basset
- Golden Retriever
- Malteser
- Callie
- Boxer
- Mops
- Französische Bulldogge
Eine Korrektur zur Rasseliste oben: Golden Retriever sind ausdrücklich Jagdhunde. Sie gehören in der Rassesystematik der FCI zur Gruppe 8, den Apportier-, Stöber- und Wasserhunden, und wurden gezüchtet, um erlegtes Wild zu bringen. Viele Retriever jagen wenig, manche aber sehr deutlich. Gemeint ist in der Liste vermutlich der Collie, nicht „Callie“. Ob ein einzelner Hund stark jagt, hängt neben der Rasse auch von Linie, Erfahrung und Training ab.
Wie funktioniert das Anti-Jagd-Training?
Mit einem gezielten Anti-Jagd-Training gehorcht der Hund seinem Menschen und gibt nicht einfach seiner Jagdlust nach. Denn ein jagender Hund entzieht sich zeitweise der Kontrolle des Halters und kann in vielerlei Hinsicht zur Gefahr werden. Auch Jagdhunde dürfen nicht einfach nach Belieben jagen, sondern müssen sich ihrem Halter unterordnen und dürfen nur auf Kommando hin aktiv werden. Viele Hundeschulen bieten spezielle Kurse an, die sich mit dem Anti-Jagd-Training beschäftigen. Die folgenden Elemente werden bei solch einem Training eingesetzt:- Grundgehorsam
- Bindungsarbeit
- Rückruf-Training
- Impulskontrolle
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Zum KursWelche Grenzen gibt es beim Anti-Jagd-Training?
Mit einem gezielten Hundetraining und viel Geduld kann man einem Hund das Jagen abgewöhnen. Allerdings bleibt der innere Jagdtrieb weiter bestehen, der Hund unterdrückt diesen lediglich seinem Menschen zuliebe. Bei Jagdhunden gelingt dies allerdings nicht immer, da das Jagen zum Glücklichsein des Hundes dazugehört. Verantwortungsvolle Hundehalter sollten daher seinem Hund folgende Alternativen bieten:- Apportieren
- Mantrailing
- Reizangel-Training
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So baust du Jagdkontrolle auf
- Absichern mit der Schleppleine: Jeder erfolgreiche Jagdausflug belohnt das Jagen von selbst. Eine Schleppleine am Brustgeschirr verhindert das, während du übst.
- Rückruf und Stopp-Signal üben: Erst ohne Ablenkung, dann mit Abstand zu Wildspuren oder Katzen. Belohne üppig, am besten mit etwas, das zum Jagen passt, etwa einem Futterbeutel zum Hetzen.
- Frühe Anzeichen erkennen: Starres Fixieren, angespannte Haltung, Nase am Boden. Unterbrich, bevor der Hund losstartet.
- Jagdbedürfnis erlaubt ausleben: Reizangel, Dummy-Training, Futtersuche oder Mantrailing geben dem Hund eine Aufgabe, die er mit dir zusammen erledigt.
Ein vollständig abrufbarer Jagdhund ist ein Langzeitprojekt. Viele Halter bleiben in wildreichen Gebieten dauerhaft bei der Schleppleine, und das ist völlig in Ordnung.
Häufige Fragen zum Anti-Jagd-Training
Kann man einem Hund das Jagen komplett abgewöhnen?
Nein. Der Jagdtrieb bleibt, aber der Hund kann lernen, sich abrufen zu lassen und sein Bedürfnis in Ersatzaufgaben auszuleben.
Ist ein Retriever ein Jagdhund?
Ja. Retriever gehören zu den Apportierhunden und wurden für die Jagd gezüchtet. Viele jagen wenig, aber nicht alle.
Hilft eine Schleppleine beim Anti-Jagd-Training?
Ja. Sie verhindert, dass der Hund beim Training Erfolg mit dem Jagen hat. Benutze sie immer am Brustgeschirr, nicht am Halsband.
Stand: Oktober 2026. Rassesystematik nach der Nomenklatur der FCI. Der Text bis zu den Ergänzungen stammt aus unserem Ratgeber von 2022, Kurzüberblick, Einordnung, Übungsschritte und Fragen sind 2026 ergänzt.
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