Zum Inhalt springen
  • Start
  • Ratgeber
  • Hundepension: Kosten, Erlaubnis und die richtige Wahl

Ratgeber

Hundepension: Kosten, Erlaubnis und die richtige Wahl

Redaktion hundeschule.net7 Minuten Lesezeit
Hundepension: Kosten, Erlaubnis und die richtige Wahl

Urlaub, Klinikaufenthalt, Dienstreise: Irgendwann muss fast jeder Hund für ein paar Tage woanders unterkommen. Eine gute Hundepension nimmt dir diese Sorge ab. Eine schlechte macht aus ein paar Tagen Abwesenheit eine Belastung für den Hund. Der Unterschied liegt selten im Preis, sondern darin, wie viel Zeit die Betreuer mit den Hunden verbringen und wie sorgfältig sie neue Gäste aufnehmen.

Auf dieser Seite findest du, was eine Hundepension kostet (aus den Preislisten von 33 Pensionen in unserem Verzeichnis ausgewertet), welche Erlaubnis sie braucht, woran du eine gute Pension beim Besuch erkennst und was in die Tasche gehört. Am Ende steht, wie viele Betreuungsangebote es in den großen Städten gibt.

Welche Formen der Hundebetreuung es gibt

„Hundepension“ ist kein geschützter Begriff. Hinter dem Wort stecken sehr unterschiedliche Angebote:

  • Klassische Hundepension: Die Hunde schlafen in eigenen Boxen, Zwingern oder kleinen Hundehäusern und verbringen den Tag in Gruppen auf eingezäunten Ausläufen. Das ist die häufigste Form, gerade auf dem Land.
  • Pension mit Familienanschluss: Wenige Gäste leben mit im Haus der Betreiber. Das passt zu Hunden, die Nähe brauchen, ist aber meist früh ausgebucht.
  • Hundehotel: Einzelzimmer und mehr Einzelbetreuung, entsprechend teurer.
  • Hundetagesstätte (Huta): Betreuung nur tagsüber, oft im Abo für Berufstätige. Manche Tagesstätten nehmen Stammgäste auch über Nacht.
  • Hundeschule mit Pension: Viele Hundeschulen betreiben nebenher eine Pension. Vorteil: Die Betreuer sind Trainer und können auch mit schwierigen Hunden umgehen. Manche bieten an, während des Aufenthalts zu üben.
  • Privater Hundesitter: Betreuung bei jemandem zu Hause oder in deiner Wohnung, oft über Vermittlungsplattformen. Persönlich, aber ohne die Ausstattung und Vertretung einer Pension.

Was kostet eine Hundepension?

Wir haben im Oktober 2026 die Websites aller Hundepensionen, Hundehotels und Hundeschulen mit Pension in unserem Verzeichnis aufgerufen. 33 nennen einen eindeutigen Tagespreis für einen Hund mit Übernachtung. Angaben, die sich nicht eindeutig einem Tag zuordnen ließen, haben wir weggelassen.

Preis je Tag mit Übernachtung (1 Hund)Wert
Günstigste Pension20 €
Mittlere Hälfte der Pensionen30 bis 40 €
Median (die Hälfte ist günstiger, die Hälfte teurer)35 €
Teuerste Pension63 €

20 der 33 Pensionen liegen zwischen 30 und 40 € pro Tag, sieben darunter und sechs darüber. Die teureren Angebote bieten oft Einzelunterbringung, mehr Einzelbetreuung oder einen Fahrdienst, der den Hund zu Hause abholt.

Rechenbeispiel: Zwei Wochen Urlaub bedeuten bei vielen Pensionen 15 Kalendertage, weil Bring- und Abholtag jeweils als ganzer Tag zählen. Bei 35 € sind das 525 €. Im Winter kommt häufig ein Heizkostenzuschlag dazu, an Feiertagen ein Aufschlag.

Diese Zuschläge stehen in den Preislisten

  • Größe des Hundes: Mehrere Pensionen staffeln nach Schulterhöhe, typisch sind 3 bis 5 € Unterschied zwischen kleinen, mittleren und großen Hunden.
  • Heizkosten: Von Oktober bis April berechnen einige Pensionen 2 bis 5 € pro Tag extra.
  • Feiertage: 3 bis 10 € pro Tag, vereinzelt auch für die Tage um Weihnachten und Silvester.
  • Mehraufwand: Für läufige Hündinnen, unkastrierte Rüden, Medikamentengabe oder Welpen verlangen einige Pensionen 2,50 bis 10 € pro Tag mehr.
  • Futter: Wer kein eigenes Futter mitbringt, zahlt bei manchen Pensionen 1,50 bis 2,50 € pro Tag.
  • Probetag oder Eingewöhnung: Viele Pensionen nehmen neue Hunde nur nach einem Probetag oder einer Probenacht auf. Das kostet zwischen 25 und 129 €, je nach Dauer und ob ein Fahrdienst dabei ist.

Es gibt auch Nachlässe: Ein zweiter Hund aus demselben Haushalt kostet oft nur 22 bis 35 € pro Tag, wenn er im selben Raum schläft. Bei langen Aufenthalten senken manche Pensionen den Tagessatz ab der dritten Woche um 3 bis 5 €.

Tagesbetreuung ohne Übernachtung

Für die reine Tagesbetreuung nennen die Pensionen und Tagesstätten in unserem Verzeichnis meist 17 bis 35 € pro Tag. Einzelne Tagesstätten rechnen nach Stunden ab, zwischen etwa 2,40 und 5,50 € je Stunde. Wer den Hund regelmäßig bringt, fährt mit einem Monatsabo meist günstiger: Die Preise reichen von 120 € für einen Tag pro Woche bis über 600 € für fünf Tage pro Woche.

Hundepension in deiner Nähe

Ort oder Postleitzahl eingeben - wir zeigen Hundepensionen, Tagesstätten und Hundeschulen mit Pension im Umkreis.

Welche Erlaubnis eine Hundepension braucht

Wer gewerbsmäßig fremde Hunde betreut, braucht eine Erlaubnis des Veterinäramts nach § 11 Tierschutzgesetz. Die Ämter ordnen Pensionen dabei unterschiedlich ein: Manche als Einrichtung, die einem Tierheim ähnlich ist (§ 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3), andere als gewerbsmäßige Tierhaltung (Nr. 8 Buchstabe a). Für dich als Halter macht das keinen Unterschied. Wichtig ist, dass es die Erlaubnis gibt.

Für den Antrag muss die verantwortliche Person ihre Sachkunde nachweisen und beschreiben, wie viele Tiere sie aufnehmen will und wie Räume und Ausläufe aussehen. Das Veterinäramt kann die Pension danach jederzeit kontrollieren. Frag beim Besuch ruhig nach der Erlaubnis. Seriöse Betreiber zeigen sie ohne Zögern.

Für die Unterbringung selbst gilt die Tierschutz-Hundeverordnung, wie für jeden Hundehalter:

  • Jeder Hund braucht ausreichend Auslauf im Freien außerhalb des Zwingers und mehrmals täglich Kontakt zu seiner Betreuungsperson (§ 2).
  • Wer mehrere Hunde hält, soll sie grundsätzlich in der Gruppe halten (§ 2).
  • Ein Zwinger muss je nach Schulterhöhe mindestens 6 m² (bis 50 cm), 8 m² (bis 65 cm) oder 10 m² (darüber) groß sein, keine Seite kürzer als zwei Meter. Für jeden weiteren Hund im selben Zwinger kommt die Hälfte dazu (§ 6).

Das sind Mindestwerte. Eine gute Pension liegt deutlich darüber.

So erkennst du eine gute Hundepension

Schau dir jede Pension vorher an, am besten ohne Termin wenige Tage vorher und dann noch einmal mit Hund zum Probetag. Diese Fragen helfen beim Besuch:

  • Wie viele Hunde betreut eine Person? Bei großen Gruppen geht der einzelne Hund leicht unter.
  • Wie werden die Gruppen eingeteilt? Nach Größe, Alter und Temperament, oder laufen alle zusammen? Was passiert mit Hunden, die nicht in eine Gruppe passen?
  • Wo schläft dein Hund, und ist nachts jemand vor Ort?
  • Wie sieht ein normaler Tag aus? Wie oft geht es raus, gibt es Spaziergänge außerhalb des Geländes?
  • Was passiert im Notfall? Welcher Tierarzt wird gerufen, und wie wirst du erreicht?
  • Wirkt die Anlage sauber, riecht es nicht stark, gibt es Schatten, Wasser und Rückzugsorte?
  • Wie wirken die Hunde, die gerade da sind? Entspannt oder dauerhaft aufgedreht und bellend?

Ein gutes Zeichen ist, wenn die Pension selbst viele Fragen stellt: zu Futter, Krankheiten, Ängsten und dem Verhalten gegenüber anderen Hunden. Pensionen, die jeden Hund ohne Kennenlernen nehmen, sparen an der falschen Stelle.

Impfungen, Unterlagen und Packliste

Fast jede Pension verlangt den Impfausweis. Üblich ist ein gültiger Schutz gegen Staupe, Parvovirose und Leptospirose, meist auch gegen Tollwut. Viele Pensionen verlangen zusätzlich eine Impfung gegen Zwingerhusten, weil sich die Hunde dort auf engem Raum begegnen. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) behandelt Tierpensionen in ihrer Impfleitlinie ausdrücklich als Ort mit erhöhtem Ansteckungsrisiko. Lass fehlende Impfungen rechtzeitig nachholen, denn der volle Schutz baut sich erst nach einiger Zeit auf. Was genau verlangt wird, steht in den Aufnahmebedingungen der Pension.

Außerdem fragen manche Pensionen nach einer Hundehaftpflichtversicherung, nach Floh- und Zeckenschutz und nach einer aktuellen Entwurmung. Läufige Hündinnen nehmen nicht alle Pensionen auf. Kläre das vorher, wenn der Termin in die Zeit fallen könnte.

Das gehört in die Tasche:

  • Impfausweis bzw. EU-Heimtierausweis und Nachweis der Haftpflichtversicherung
  • gewohntes Futter für alle Tage, portioniert und mit Fütterungsplan
  • Medikamente mit schriftlicher Anleitung
  • Decke oder Kissen, das nach Zuhause riecht
  • Halsband oder Geschirr mit Marke, Leine
  • Telefonnummer, unter der du erreichbar bist, und die deines Tierarztes

Rechtzeitig buchen

In den Sommer- und Herbstferien und um Weihnachten sind gute Pensionen oft früh ausgebucht. Wer in diesen Zeiten verreist, sollte direkt nach der Urlaubsbuchung anfragen und den Probetag einplanen. Einige Pensionen haben eine Mindestaufenthaltsdauer, etwa drei Tage. Achte auch auf die Stornobedingungen: Bei einer Pension aus unserem Verzeichnis ist die Absage bis 31 Tage vorher kostenlos, danach wird eine Ausfallgebühr fällig.

Hundepension in deiner Nähe

In unserem Verzeichnis stehen Hundepensionen, Tagesstätten und Hundeschulen mit Pension. Auf jeder Ortsseite kannst du die Liste mit dem Filter „Hundepensionen“ auf Betreuungsangebote eingrenzen. So viele Angebote gibt es im Umkreis von 15 Kilometern um die großen Städte:

Nicht jede Hundeschule mit Pension nennt das im Namen. Wenn in deiner Nähe wenig angezeigt wird, lohnt ein Anruf bei den Hundeschulen vor Ort. Viele nehmen Hunde aus ihren Kursen auch für ein paar Tage auf.

Häufige Fragen zur Hundepension

Was kostet eine Hundepension pro Tag?

In unserer Auswertung von 33 Pensionen kostet ein Tag mit Übernachtung für einen Hund meist 30 bis 40 €, im Median 35 €. Die Spanne reicht von 20 bis 63 €. Dazu kommen je nach Pension Zuschläge für große Hunde, Feiertage oder Heizkosten im Winter.

Zählen Bring- und Abholtag als ganzer Tag?

Bei den meisten Pensionen ja. Abgerechnet wird je angefangenem Kalendertag oder je angefangenen 24 Stunden. Wer den Hund am Montag bringt und am Mittwoch holt, zahlt also oft drei Tage.

Welche Impfungen verlangt eine Hundepension?

Üblich ist ein gültiger Schutz gegen Staupe, Parvovirose und Leptospirose, meist auch gegen Tollwut. Viele Pensionen verlangen zusätzlich eine Impfung gegen Zwingerhusten. Die genauen Vorgaben stehen in den Aufnahmebedingungen.

Braucht eine Hundepension eine Genehmigung?

Ja. Wer gewerbsmäßig fremde Hunde betreut, braucht eine Erlaubnis des Veterinäramts nach § 11 Tierschutzgesetz und muss dafür seine Sachkunde nachweisen.

Wie früh sollte ich eine Hundepension buchen?

Für die Ferienzeiten und Weihnachten am besten direkt nach der Urlaubsbuchung, also mehrere Monate vorher. Plane außerdem einen Probetag ein, den viele Pensionen vor dem ersten Aufenthalt verlangen.

Was ist der Unterschied zwischen Hundepension und Hundetagesstätte?

Eine Hundetagesstätte betreut Hunde nur tagsüber, oft regelmäßig für Berufstätige. Eine Hundepension nimmt Hunde auch über Nacht und für mehrere Tage oder Wochen auf. Viele Betriebe bieten beides an.

Stand: Oktober 2026. Preise aus den Websites von 33 Pensionen in unserem Verzeichnis, Einzelpreise können sich jederzeit ändern. Rechtsgrundlagen: § 11 Tierschutzgesetz, Tierschutz-Hundeverordnung; Impfungen: Impfleitlinie der StIKo Vet.

Hat dir dieser Beitrag geholfen?

Noch keine Bewertung▲ bitte bewerten

Mehr aus „Ratgeber“

Weiterlesen

Das könnte als Nächstes wichtig werden