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Hundetrainer-Ausbildung: Wege, Kosten und Erlaubnis nach § 11

Redaktion hundeschule.net9 Minuten Lesezeit
Hundetrainer-Ausbildung: Wege, Kosten und Erlaubnis nach § 11
Berufe mit Hunden stehen bei vielen Menschen hoch im Kurs. So ist Hundetrainer ein absoluter Traumberuf, den aber dennoch nur relativ wenige Menschen ergreifen. An mangelnden Qualifizierungsmöglichkeiten liegt dies nicht, aber es handelt sich um keinen offiziell anerkannten Ausbildungsberuf. Die Hundetrainer-Ausbildung hat somit mehr oder weniger den Charakter einer Weiterbildung. Zudem kann es schwierig sein, berufliche Perspektiven zu entwickeln. Wer sich von den Hürden nicht aufhalten lässt und von einer Zukunft als Hundetrainer/in träumt, sollte sich vorab umfassend informieren. Nur wer die Fakten kennt, kann die verschiedenen Hundetrainer-Ausbildungen vergleichen und schlussendlich die richtigen Weichen für die eigene Zukunft stellen.
Das Wichtigste in Kürze
  • Hundetrainer ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Wer aber gewerbsmäßig Hunde für andere ausbildet oder Halter anleitet, braucht seit August 2014 eine Erlaubnis des Veterinäramts.
  • Die Sachkunde für die Erlaubnis weist du durch eine passende Ausbildung nach oder in einem Fachgespräch beim Amt: schriftlich, mündlich und praktisch.
  • Bei der staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) sind acht Hundetrainer-Fernlehrgänge zugelassen. Sie kosten 1.188 bis 6.366 € und dauern 10 bis 24 Monate.
  • Hundeschulen verlangen für eine Einzelstunde im Median 70 €, für eine Gruppenstunde 20 € je Hund.

Berufsbild Hundetrainer/in – Aufgaben, Chancen und Verdienstmöglichkeiten

Menschen, die ein Herz für Hunde haben und aus ihrer Leidenschaft ihren Beruf machen möchten, landen typischerweise beim Berufsbild Hundetrainer/in. Bevor sie alles aufgeben und einen entsprechenden Neuanfang wagen, sollten sie die Qualifizierungsmöglichkeiten recherchieren. Darüber hinaus ist eine Auseinandersetzung mit dem Beruf dringend anzuraten. Wissenswert ist, dass es sich beim Hundetrainer um keine geschützte Berufsbezeichnung handelt. Zudem sollte man auch die folgenden alternativen Bezeichnungen kennen:
  • Hundeerzieher/in
  • Hundeverhaltensberater/in
  • Hundepsychologe/Hundepsychologin
Unabhängig von der jeweiligen Bezeichnung handelt es sich dabei um Fachkräfte, die sich dem Hundetraining verschrieben haben. Sie unterstützen Hundehalter/innen und begleiten die Hundeerziehung. Die grundlegende Erziehung hinsichtlich der Grundkommandos kann hier ebenso wie das gezielte Training in Zusammenhang mit Problemverhalten zu den Aufgaben gehören. Hundetrainer/innen finden dabei in den folgenden Bereichen Beschäftigungsmöglichkeiten vor:
  • Hundeschulen
  • Tierheime
  • Tierarztpraxen
  • Tierkliniken
Auch eine Existenzgründung als Hundetrainer/in ist denkbar und für viele Menschen eine Option, wenn es darum geht, sich nebenbei ein zweites Standbein aufzubauen. Die Verdienstmöglichkeiten lassen sich aufgrund der variierenden Arbeitssituation von Hundetrainern jedoch nicht pauschal angeben. Es kommt stets auf den Einzelfall an.

Die Inhalte der Hundetrainer-Ausbildung

All diejenigen, die Gefallen am Beruf des Hundetrainers finden, sollten sich auf die Suche nach der richtigen Qualifizierung begeben. Trotz teils großer Unterschiede in Sachen Ablauf gibt es einige Gemeinsamkeiten. Das zeigt sich vor allem anhand der typischen Inhalte, die im Zuge dessen vermittelt werden. Als Hundetrainer/in benötigt man vor allem in den folgenden Bereichen fundierte Kenntnisse und Kompetenzen:
  • Biologie
  • Verhaltensbiologie
  • Domestikation
  • Ausdrucksverhalten des Hundes
  • Lernverhalten des Hundes
  • Rassekunde
  • Entwicklung des Hundes
  • Hundehaltung
  • Methoden des Hundetrainings
  • Beschäftigung von Hunden
  • Hundesport
  • Hundezucht
  • Grundlagen der Veterinärmedizin
  • Kommunikation
  • Recht
  • BWL

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Die verschiedenen Varianten der Ausbildung zum Hundetrainer

Wer sich zum Hundetrainer ausbilden lassen möchte, sollte sich mit den Angeboten der verschiedenen Anbieter befassen. Im Zuge dessen stehen die Inhalte sowie die praktischen Anteile im Mittelpunkt. Zugleich sollten sich Interessierte auch dessen bewusst sein, dass es unterschiedliche Varianten der Hundetrainer-Ausbildung gibt. Diese lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
  • Vollzeitlehrgänge
  • Teilzeitkurse
  • Abendlehrgänge
  • Fernkurse
Die verschiedenen Lernformen sorgen dafür, dass sich je nach Lebenssituation stets eine passende Option finden lässt. Auch diejenigen, die sich ein zweites Standbein als Hundetrainer/innen aufbauen möchten, finden so die richtige Qualifizierung.

Die Anerkennung als Hundetrainer/in

Obgleich vielfach von einer Hundetrainer-Ausbildung die Rede ist, handelt es sich bei entsprechenden Qualifizierungen um keine Berufsausbildung nach dem deutschen Berufsbildungsgesetz. Eine offizielle Anerkennung des Abschlusses gibt es demnach nicht. Das Führen der Bezeichnung Hundetrainer/in ist demnach nicht geregelt, sodass jedermann als Hundetrainer in Erscheinung treten kann. Trotz der fehlenden Berufsanerkennung und Ausbildungsstandards existieren in Deutschland gewisse Regeln. § 11 Tierschutzgesetz schreibt eine behördliche Erlaubnis für diejenigen vor, die gewerbsmäßig Hunde für Dritte ausbilden oder die Hundeerziehung durch den Halter anleiten. Das bedeutet, dass Hundetrainer/innen die Erlaubnis der zuständigen Behörde benötigen, um tätig zu werden. Zum Teil gibt es passend dazu zertifizierte Lehrgänge zum Hundetrainer, die den Anforderungen gerecht werden und fundierte Sachkunde vermitteln.

So bekommst du die Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz

Den Antrag stellst du beim Veterinäramt, das für deinen Betriebssitz zuständig ist. Eine bundesweite Rechtsverordnung zum Verfahren gibt es nicht. Die Länder haben sich aber 2014 auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. So beschreibt es die hessische Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage im Landtag:

  1. Antrag mit Nachweisen: Du legst dar, welche Ausbildung und Erfahrung du hast. Das Amt prüft jeden Fall einzeln.
  2. Verzicht auf die Prüfung möglich: Bei Tierärzten mit entsprechender Erfahrung und bei Absolventen von Weiterbildungen öffentlich-rechtlicher Stellen wie Tierärztekammern oder Industrie- und Handelskammern mit Abschlussprüfung in Theorie und Praxis kann das Amt auf das Fachgespräch verzichten.
  3. Sonst Fachgespräch: Es besteht aus einem schriftlichen Teil, dem bundesweit einheitlichen D.O.Q.-Test PRO im Veterinäramt, und danach einem mündlichen und praktischen Teil. Dazu kann das Amt externe Sachverständige hinzuziehen, die Kosten trägst du.

Ein Zertifikat einer privaten Hundetrainerschule ersetzt das Fachgespräch also nicht automatisch. Frag vor der Anmeldung zu einem Lehrgang bei deinem Veterinäramt nach, ob es den Abschluss anerkennt.

Welche Themen im Fachgespräch drankommen können, listet zum Beispiel die Stadt München auf: Biologie und Verhalten des Hundes, Haltung, Fütterung und Hygiene, häufige Krankheiten und Erste Hilfe, Tierschutzrecht und Regeln zu gefährlichen Hunden, Lernverhalten und Trainingsmethoden, Angst, Aggression und Stress sowie der Umgang mit Hund und Halter im Training.

Wer nur ehrenamtlich im Verein trainiert, ist in der Regel nicht gewerbsmäßig tätig. Ob deine Tätigkeit unter die Erlaubnispflicht fällt, entscheidet im Zweifel das Veterinäramt.

5 Tipps für angehende Hundetrainer/innen

Angehende Hundetrainer/innen tun gut daran, sich um eine fundierte Qualifizierung zu bemühen, um den Anforderungen des Berufs gewachsen zu sein. Zudem können sie selbst einen wesentlichen Beitrag zu ihrer erfolgreichen Hundetrainer-Ausbildung leisten. Die folgenden fünf Tipps können dabei sehr hilfreich sein:
  • Wählen Sie eine Lehrgangsform, die zu Ihren Lebensumständen passt!
  • Wenden Sie das Gelernte an, indem Sie beispielsweise mit Ihrem eigenen Hund trainieren!
  • Sammeln Sie Erfahrungen mit unterschiedlichen Hunden und engagieren Sie sich beispielsweise als ehrenamtliche/r Gassigänger/in im örtlichen Tierheim!
  • Lesen Sie ergänzend fundierte Hundebücher!
  • Besuchen Sie Hundeseminare während und auch nach der Hundetrainer-Ausbildung!

Checkliste: Das macht eine gute Hundetrainer-Ausbildung aus

Theoretisch kann man sich Hundewissen autodidaktisch aneignen und dann zu gegebener Zeit als Hundetrainer/in tätig werden. In der Regel ist dies aber nicht empfehlenswert, denn auch ohne standardisierte Ausbildung handelt es sich um eine anspruchsvolle und fordernde Tätigkeit. Um dieser gewachsen zu sein, braucht man eine gute Qualifikation. Auf der Suche nach entsprechenden Bildungsangeboten stoßen Interessierte auf zahlreiche Anbieter und verlieren daher leicht den Überblick. Die folgende Checkliste macht noch einmal deutlich, worauf es bei einer guten Hundetrainer-Ausbildung ankommt:
  • gute Erreichbarkeit
  • intensive Betreuung
  • fundierte Inhalte auf dem neuesten Stand der Wissenschaft
  • moderne Lernmethoden
  • umfangreiche Inhalte
  • kompetente Lehrkräfte
  • faire Preise
  • Anerkennung nach § 11 Tierschutzgesetz

Wer kann sich zum/zur Hundetrainer/in ausbilden lassen?

Formale Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Hundetrainer-Lehrgang gibt es nicht. Jedermann kann sich dementsprechend ausbilden lassen. Grundsätzlich sollte man aber Hunde lieben und auch einige Erfahrung im Umgang mit Hunden haben. Wer zudem Ruhe ausstrahlt, offen auf andere Menschen zugeht und geduldig sein kann, bringt beste Voraussetzungen mit.

Was kostet die Hundetrainer-Ausbildung?

Man muss zwar keinen Lehrgang absolvieren, um als Hundetrainer/in tätig zu werden, sinnvoll ist es aber schon. Allein zur Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung, die man als Hundetrainer/in nach § 11 Tierschutzgesetz vorweisen muss, bietet sich eine fundierte Ausbildung an. Diese ist allerdings mit gewissen Kosten verbunden. Die Preise können stark variieren, weshalb es sich anbietet, bei verschiedenen Anbietern kostenloses Informationsmaterial unverbindlich anzufordern. So kann man vergleichen und feststellen, dass die Gebühren beispielsweise zwischen 2.000 Euro und mehr als 10.000 Euro liegen.

Zugelassene Fernlehrgänge im Vergleich

Fernlehrgänge müssen in Deutschland von der staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen werden. Ihre Datenbank nennt Dauer und Gesamtpreis. Für Hundetrainer sind derzeit diese Lehrgänge zugelassen:

Lehrgang (Anbieter)DauerPreis
Hundetrainer*inausbildung BASIS (Dogmenti)12 Mon.1.188 €
Hundetrainer:in (Education Partners)10 Mon.2.299 €
Hundetrainer/in mit Vorbereitung auf den Sachkundenachweis nach § 11 (ILS, SGD, Fernakademie, Klett, jeweils derselbe Lehrgang)12 Mon.3.300 €
Hundetrainer/in@home (Ziemer & Falke)18 Mon.4.990 €
Ausbildung zum/zur Hundetrainer/in (ATN)24 Mon.6.366 €

Alle Lehrgänge enden mit einer Prüfung beim Anbieter selbst, nicht mit einem staatlichen Abschluss. Die ZFU-Zulassung bestätigt, dass der Lehrgang geprüft wurde und der Vertrag den Schutz des Fernunterrichtsschutzgesetzes bietet, etwa ein Widerrufs- und Kündigungsrecht. Sie sagt nichts darüber, ob dein Veterinäramt den Abschluss anerkennt. Präsenzlehrgänge von Tierärztekammern, IHKs und Hundeschulen stehen nicht in der Datenbank. Ihre Preise musst du direkt erfragen.

Wie lange dauert die Qualifizierung zum/zur Hundetrainer/in?

Die Teilnahme an einem Qualifizierungslehrgang kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Wer Hundetrainer/in werden möchte und Wert auf eine fundierte Ausbildung legt, sollte stets Geduld haben. Je nach Lehrgangsform, Umfang und Anbieter kann die Dauer beispielsweise zwischen 6 und 24 Monaten liegen. In dieser Zeit können die Teilnehmenden das Gelernte verinnerlichen und immer wieder am eigenen Hund anwenden. Mitunter bietet es sich auch an, Praktika in Hundeschulen zu absolvieren oder Erfahrungen im Tierschutz zu sammeln.

Was verdient ein Hundetrainer?

Feste Gehälter gibt es kaum, die meisten Hundetrainer sind selbstständig. Einen Anhaltspunkt geben die Preise, die Hundeschulen verlangen. Wir haben die Preislisten von über 1.000 Hundeschulen aus unserem Verzeichnis ausgewertet:

  • Einzelstunde: im Median 70 €, die mittlere Hälfte liegt zwischen 55 und 80 €
  • Gruppenstunde: im Median 20 € je Hund
  • Erstgespräch oder Anamnese: im Median 80 €
  • Mobile Trainer, die zu den Kunden fahren: im Median 65 € je Einzelstunde, dazu meist 0,50 € je Kilometer

Das ist Umsatz, kein Verdienst. Davon gehen Platzmiete, Versicherungen, Fahrtkosten, Weiterbildung, Werbung, Steuern und die eigene Kranken- und Altersvorsorge ab. Dazu kommen Zeiten ohne Bezahlung für Vorbereitung, Anfahrt und Büro. Viele Trainer arbeiten deshalb erst nebenberuflich. Mehr zu den Preisen steht in unserer Auswertung der Kosten einer Hundeschule.

Häufige Fragen zur Hundetrainer-Ausbildung

Braucht man eine Ausbildung, um Hundetrainer zu werden?

Eine vorgeschriebene Ausbildung gibt es nicht, der Beruf ist nicht geschützt. Wer gewerbsmäßig Hunde für andere ausbildet oder Halter anleitet, braucht aber eine Erlaubnis des Veterinäramts nach § 11 Tierschutzgesetz und muss dafür seine Sachkunde nachweisen.

Was kostet eine Hundetrainer-Ausbildung?

Die bei der ZFU zugelassenen Fernlehrgänge kosten zwischen 1.188 und 6.366 €. Der Lehrgang, den ILS, SGD, Fernakademie und Klett anbieten, kostet 3.300 € für zwölf Monate. Präsenzausbildungen können teurer sein.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Hundetrainer?

Die zugelassenen Fernlehrgänge dauern 10 bis 24 Monate. Dazu kommt Zeit für Praxis, etwa mit eigenen Hunden, in einer Hundeschule oder im Tierheim.

Was ist das Fachgespräch beim Veterinäramt?

Die Prüfung, mit der das Amt deine Sachkunde feststellt, wenn deine Ausbildung dafür nicht reicht. Sie besteht aus dem schriftlichen D.O.Q.-Test PRO und einem mündlichen und praktischen Teil.

Gibt es eine Hundetrainer-Ausbildung bei der IHK?

Einzelne IHKs und Tierärztekammern bieten Weiterbildungen mit Abschlussprüfung an. Bei solchen Abschlüssen öffentlich-rechtlicher Stellen mit Prüfung in Theorie und Praxis kann das Veterinäramt auf das Fachgespräch verzichten. Ob ein Angebot in deiner Nähe läuft, erfährst du bei deiner IHK oder Tierärztekammer.

Wie viel verdient ein Hundetrainer?

Das hängt von Auslastung und Kosten ab. Hundeschulen verlangen für eine Einzelstunde im Median 70 € und für eine Gruppenstunde 20 € je Hund. Davon gehen Kosten, Steuern und Vorsorge ab.

Stand: Oktober 2026. Quellen: § 11 Tierschutzgesetz; Hessischer Landtag, Drucksache 20/329 vom 4. Juni 2019 (Antwort der Landesregierung zur Zertifizierung von Hundetrainern); Stadt München, Merkblatt zur Vorbereitung auf das Fachgespräch für Hundeausbilder; Lehrgangsdatenbank der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (Preise Stand September 2026); eigene Auswertung der Preislisten von Hundeschulen. Abschnitte bis „Wie lange dauert die Qualifizierung“ aus unserem Ratgeber von 2022, ergänzt 2026.

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