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Barfen beim Hund für Anfänger: Fehler, Risiken und Tipps

Redaktion hundeschule.net6 Minuten Lesezeit
Barfen beim Hund für Anfänger: Fehler, Risiken und Tipps
Für viele Hundehalter/innen ist die Ernährung ihres Hundes von großer Bedeutung und fast schon eine Glaubenssache. Im Handel gibt es Hundefutter in Hülle und Fülle. Trockenfutter und Nassfutter sind gleichermaßen erhältlich und versprechen eine ausgewogene Hundeernährung. Viele Menschen haben daran aber ihre Zweifel und nehmen Abstand von industriellem Hundefutter. Sie möchten ihren Hund ursprünglicher ernähren und stoßen unter anderem auf das Barfen. Barf hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wahren Trend im Hundebereich entwickelt. All diejenigen, die ihren Hund hochwertig und naturnah füttern möchten, tun gut daran, sich im Bereich der Hundeernährung umfassend zu informieren. Das Barfen verdient dabei besondere Aufmerksamkeit und kann mitunter die richtige Wahl für den geliebten Vierbeiner sein.
Das Wichtigste in Kürze
  • Barfen heißt, den Hund mit rohem Fleisch, Innereien, Knochen sowie etwas Obst und Gemüse zu füttern.
  • Selbst zusammengestellte Rationen sind oft unausgewogen. In einer Studie mit 95 BARF-Rationen hatten 60 % ein deutliches Nährstoffungleichgewicht.
  • Rohes Fleisch kann Salmonellen und andere Keime enthalten. Saubere Küchenhygiene schützt Hund und Familie.
  • Wer barfen möchte, sollte die Ration von einer Tierärztin oder einem Tierernährungsberater berechnen lassen.

Das sind die Vorteile des Barfens

Das Barfen wird vielfach als die ideale Hundeernährung dargestellt und soll viele Vorteile haben. Zunächst sollte man aber wissen, worum es sich überhaupt handelt. Barf steht für „Bones And Raw Food“ beziehungsweise „Biologisch artgerechtes rohes Futter“. Kennzeichnend für diese Fütterungsform ist somit, dass die Hunde rohes Fleisch, Innereien, Knochen und Fisch erhalten. Obst und Gemüse ergänzen das Futter und machen die Ration komplett. Da keine industrielle Verarbeitung stattfindet und alles roh gefüttert wird, soll diese Ernährungsform der ursprünglichen Biologie des Hundes näherkommen. Hundefreunde, die auf Natürlichkeit setzen und dementsprechend auch am Barfen interessiert sind, wissen die folgenden Vorteile dieser Hundeernährung sehr zu schätzen:
  • keine industrielle Verarbeitung
  • frische Fütterung
  • volle Kontrolle über die Bestandteile und Inhaltsstoffe
Darüber hinaus lieben viele Hunde rohes Fleisch und auch rohes Gemüse. Sie fressen somit sehr gerne ihre Ration. Hundehalter/innen berichten zudem häufig von einer besseren Verdauung.

Die Risiken beim Barfen

Dass die Futterration individuell zusammengestellt werden kann, verschafft den Haltern absolute Kontrolle über die Ernährung ihres Hundes. Dies birgt allerdings auch einige Gefahren, denn die wenigsten Hundehalter/innen verfügen über fundierte Kenntnisse der Biologie und des Stoffwechsels des Hundes. Das große Risiko des Barfens besteht somit in einer Unterversorgung des Hundes. Die Zusammenstellung einer ausgewogenen Ration ist eine Wissenschaft für sich und kann Hundehalter/innen mitunter überfordern. Sie sollten sich daher zumindest eingehend beraten lassen und mit einschlägiger Fachliteratur befassen. Der Umgang mit rohem Fleisch kann auch für den Menschen mit Risiken einhergehen. So können sich Krankheitserreger verbreiten und nicht nur den Hund, sondern auch den Menschen gefährden.
Einordnung der Redaktion (2026)

Wie groß das Risiko einer Fehlversorgung ist, zeigt eine Untersuchung der Universität München: Von 95 BARF-Rationen, die Halter zur Prüfung eingereicht hatten, hatten 60 % eines oder mehrere deutliche Ungleichgewichte. Etwa die Hälfte lieferte weniger Jod als das Minimum, ein Viertel höchstens 70 % des empfohlenen Vitamin A, viele zu wenig Zink und Kupfer, manche viel zu wenig Calcium (Dillitzer, Becker, Kienzle 2011).

Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass sich Hunde und Katzen über rohes Fleisch mit Salmonellen infizieren können. Infizierte Tiere scheiden die Keime teils aus, ohne krank zu wirken. Deshalb: getrennte Bretter und Schüsseln, Hände waschen, Reste schnell kühlen, und besondere Vorsicht in Haushalten mit Kleinkindern, Schwangeren, älteren oder immungeschwächten Menschen.

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5 Tipps rund ums Barfen für Anfänger/innen

Das Barfen stellt vor allem für Anfänger/innen eine große Herausforderung dar. Die Hundeernährung ist ein komplexes Thema, das entsprechende Kenntnisse erfordert. Die folgenden Tipps können Anfänger/innen helfen, den Einstieg in die Barf-Hundeernährung zu bewältigen:
  • Lassen Sie sich von auf Barf spezialisierten Hundeernährungsberatern beraten!
  • Testen Sie in geringem Maße, wie Ihr Hund auf die Rohfütterung reagiert!
  • Nutzen Sie Online-Rechner zur Zusammenstellung geeigneter Futterrationen!
  • Greifen Sie zu Beginn auf Fertig-Barf-Mahlzeiten zurück!
  • Behalten Sie stets den Gesundheitszustand Ihres Hundes im Blick!

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Checkliste: Darauf kommt es bei der Zusammenstellung einer Barf-Mahlzeit für Hunde an

Wer eigene Barf-Rationen für seinen Vierbeiner zusammenstellt, kann das ganze Potenzial dieser Ernährungsform für Hunde ausschöpfen. Dazu muss man allerdings wissen, worauf man achten muss. Zunächst sollte die Futtermenge dem Alter sowie der Größe des Hundes angemessen sein. Die folgende Checkliste zeigt zudem auf, welche Nährstoffe neben Wasser unbedingt im Hundefutter enthalten sein müssen:
  • Proteine
  • Kohlenhydrate
  • Fette
  • Vitamin A
  • B-Vitamine
  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • Calcium
  • Phosphor
  • Natrium
  • Kalium
  • Magnesium
  • Mangan
  • Zink
  • Jod
  • Eisen
  • Kupfer

Wo kann man alles fürs Barfen kaufen?

Wer seinen Hund barfen möchte, bekommt das Hundefutter nicht mehr im Supermarkt. Es stellt sich daher die Frage, wo man alles fürs Barfen kaufen kann. Gut sortierte Tiergeschäfte bieten mittlerweile ein entsprechendes Sortiment an. Zudem gibt es mancherorts auch spezielle Barf-Shops, in denen man sich mit allem eindecken kann. Zudem bekommt man hier auch den einen oder anderen Tipp.

Wo kann man sich in Sachen Barf beraten lassen?

Dass man beim Barfen einige Fehler machen kann, sollte Interessierten bewusst sein. Anfänger/innen sollten sich einlesen und intensiv mit einer gesunden Hundeernährung befassen. Zusätzlich können sie sich bei speziellen Hundeernährungsberatern oder beim Tierarzt beraten lassen. So können sie sich die Grundlagen des Barfens aneignen und haben zudem immer einen kompetenten Ansprechpartner.

Wann bietet sich ein Umstieg auf die Barf-Hundeernährung an?

Wenn ein Hund das klassische Hundefutter nicht verträgt oder dieses verweigert, sollte man ihn einerseits in der Tierarztpraxis vorstellen und andererseits andere Ernährungsformen ausprobieren. Eine behutsame Umstellung auf das Barfen kann wahre Wunder bewirken und zu einer deutlich besseren Verdauung führen. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass man weiß, was im Hundefutter ist und dieses individuell zusammenstellen kann. Auf diese Art und Weise kann das Futter adäquat angepasst werden, wodurch Unverträglichkeiten und Allergien problemlos berücksichtigt werden können.
Einordnung der Redaktion (2026)

Zum letzten Abschnitt: Dass eine Umstellung „wahre Wunder bewirken“ kann, ist eine Einzelerfahrung, kein gesicherter Befund. Bei Unverträglichkeiten und Allergien gehört die Suche nach dem Auslöser in die Tierarztpraxis, meist über eine Ausschlussdiät. Das lässt sich mit gekochtem Futter oder speziellem Fertigfutter oft einfacher und sicherer umsetzen als mit roher Fütterung.

Häufige Fragen zum Barfen

Ist Barfen gesünder als Fertigfutter?

Das ist nicht belegt. Ein gutes Alleinfuttermittel deckt den Bedarf zuverlässig. Barfen kann ebenso gut sein, wenn die Ration fachkundig berechnet ist, birgt aber mehr Risiken für Fehler und Keime.

Welche Nährstoffe fehlen beim Barfen am häufigsten?

Laut der Münchner Studie vor allem Jod, Zink, Kupfer, Vitamin A und bei manchen Rationen Calcium und Vitamin D.

Was muss ich hygienisch beachten?

Rohes Fleisch getrennt lagern und zubereiten, Bretter und Näpfe heiß reinigen, Hände waschen und Reste nicht lange stehen lassen. In Haushalten mit Kleinkindern oder immungeschwächten Menschen ist besondere Vorsicht geboten.

Stand: Oktober 2026. Quellen: Dillitzer N., Becker N., Kienzle E. (2011): Intake of minerals, trace elements and vitamins in bone and raw food rations in adult dogs, British Journal of Nutrition 106, S53-S56; BfR, Fragen und Antworten zum Schutz vor Salmonellen. Der Grundtext stammt aus unserem Ratgeber von 2022, Kurzüberblick, Einordnung, Ergänzungen und Fragen sind 2026 hinzugekommen.

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