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Beißhemmung – So trainiert man die Beißhemmung beim jungen Hund

Redaktion hundeschule.net4 Minuten Lesezeit
Beißhemmung - So trainiert man die Beißhemmung beim jungen Hund
Für viele Welpen ist es ganz natürlich, dass sie durch Beißen und Knabbern ihre Umgebung entdecken. Dahinter steckt allerdings keine Aggression oder Boshaftigkeit, sondern gehört zur Entwicklung des jungen Hundes einfach dazu. Bereits frischgeborene Welpen suchen mit dem Maul nach Milch bei der Mutterhündin. In der späteren Entwicklung, wenn sich schon Zähnchen gebildet haben, spielen und toben die Welpen mit ihren Wurfgeschwistern. Dabei rangeln sie oft sehr körperlich und beißen ihre Geschwister gerne mal. Die Mütterhündin greift in den ersten Lebenswochen in ein zu harsches Spiel unter Welpen ein und schafft somit eine grundlegende Basis für die Welpenerziehung. Sobald der Welpe bei seinem Menschen ist, hat dieser für eine solide Erziehung die Verantwortung. Dabei ist auch das Training des Beißhemmung essenziell. Denn schon im Welpenalter muss dafür gesorgt werden, dass der Hund nicht einfach so zubeißen darf. Sonst kann es im Erwachsenenalter zu ernsthaften Bissverletzungen kommen, wenn er als Welpe nicht gelernt hat, die Bisskraft einzuschätzen und zu kontrollieren. Viele Menschen glauben, dass die Beißhemmung angeboren ist, doch dem ist nicht so. Damit sich eine Beißhemmung entwickelt, sollte mit dem Welpen zwischen der 4. und 16. Lebenswoche das Training langsam begonnen werden. Andernfalls kann man ein Leben lang eine Problemhund, der nicht vorsichtig mit Menschen und Tieren umgehen kann.
Das Wichtigste in Kürze
  • Welpen erkunden die Welt mit dem Maul. Beißhemmung heißt, dass sie lernen, ihre Kraft zu dosieren.
  • Wird es zu grob, endet das Spiel kurz. Ruhiges Verhalten und Kauen auf erlaubten Dingen werden belohnt.
  • Den sogenannten Schnauzgriff empfehlen wir nicht mehr. Kinder spielen mit Welpen nur unter Aufsicht.

Wie funktioniert das Training zur Beißhemmung?

Zwar wurde der Welpe bei einem zu harschen Spiel mit den Wurfgeschwistern oder der Mutterhündin gemaßregelt, doch ist ab hier die Beißhemmung bei den wenigstens Welpen schon vollkommen ausgeprägt. Als neuer Hundebesitzer sollte man nicht davon ausgehen, dass man einen Welpen mit Beißhemmung aufnimmt. Stattdessen sollte ein konsequentes Training schnell aufgenommen werden. Im Spiel und in Alltäglichen Situationen hat man immer wieder die Möglichkeit, die Beißhemmung zu trainieren. Die Hände, Beine oder Füße und das Zerren und Beißen an der Kleidung sollte für den Welpen tabu sein. Nachfolgend gibt es ein paar Tipps, die beim Training zur Beißhemmung beachtet werden sollten:
  • Das Spiel sollte abgebrochen werden, sobald der Welpe zu wild wird oder sogar zubeißt.
  • Der sogenannte Schnauzgriff kann gegebenenfalls bei besonders wilden und lernunwilligen Welpen angewandt werden. Dabei umfasst man die Schnauze des Hundes mit der Hand. So gehen auch Hundemütter mit ihrem besonders wilden Nachwuchs um.
  • Ein Abbruchsignal, wenn der Welpe zu weit geht, sollte eingeführt werden. Zum Beispiel „Nein“, „Aus“ oder „Aua“.
  • Kinder sollten niemals mit dem Welpen unbeaufsichtigt spielen.
  • Die aufgezeigten Grenzen sollten konsequent durchgesetzt werden.

Einordnung der Redaktion (2026)

Den Schnauzgriff aus der Liste oben empfehlen wir heute nicht mehr. Er arbeitet mit Druck und Erschrecken. Eine Studie mit 92 Hunden zeigte, dass Hunde, die mit solchen Methoden trainiert werden, mehr Stressverhalten und höhere Werte des Stresshormons Cortisol haben als Hunde, die über Belohnung lernen (Vieira de Castro u. a., PLOS ONE 2020). Der Vergleich mit der Hundemutter trägt nicht weit: Ein Mensch, der zupackt, ist für den Welpen etwas anderes als die eigene Mutter, und viele Welpen lernen dabei vor allem, Hände zu meiden. Wirksamer und freundlicher ist es, das Spiel bei zu harten Bissen kurz zu unterbrechen und ruhiges Verhalten zu belohnen.

Wo kann man sich zum Thema Beißhemmung informieren?

Für ein harmonisches Zusammenleben zwischen dem Vierbeiner und seinem Menschen, ist eine solide Hundeerziehung essenziell. Daher ist es sinnvoll, bereits vor dem Einzug des Welpen den ein oder anderen Ratgeber zum Thema Beißhemmung zu lesen. Des Weiteren können Hundetrainer und Tierärzte kompetente Ansprechpartner für die neuen Hundeeltern sein.

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So trainierst du die Beißhemmung freundlich

  1. Spiel kurz beenden: Beißt der Welpe zu fest, sag ruhig „Aua“ oder „Schluss“, nimm die Hände weg und dreh dich für einige Sekunden ab. Danach geht es weiter.
  2. Erlaubtes anbieten: Kauartikel und Spielzeug, an denen der Welpe nach Herzenslust knabbern darf. Belohne, wenn er sie wählt.
  3. Übermüdung erkennen: Viele Welpen werden grob, wenn sie zu müde sind. Dann hilft eine Ruhepause, kein weiteres Spiel.
  4. Alle machen mit: Die gleichen Regeln für die ganze Familie, Kinder spielen nur unter Aufsicht.

Das meiste Knabbern lässt nach dem Zahnwechsel nach, der meist bis zum sechsten oder siebten Lebensmonat abgeschlossen ist. Beißt ein älterer Hund ernsthaft, hol dir Hilfe bei einem Trainer.

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Häufige Fragen zur Beißhemmung

Ab wann muss ein Welpe die Beißhemmung lernen?

Von Anfang an. Ein Teil lernt er schon bei Mutter und Geschwistern, der Rest kommt nach dem Einzug durch freundliches, konsequentes Üben.

Ist der Schnauzgriff sinnvoll?

Wir raten davon ab. Er arbeitet mit Druck und belastet den Welpen, ohne dass er lernt, was er stattdessen tun soll.

Mein Welpe beißt in Hosenbeine. Was tun?

Stehen bleiben, uninteressant werden und ein Spielzeug anbieten, an dem er ziehen darf. Hosenbeine, die wegrennen, sind für Welpen sonst ein tolles Spiel.

Stand: Oktober 2026. Quelle: Vieira de Castro u. a., PLOS ONE 2020. Der Text bis zu den Ergänzungen stammt aus unserem Ratgeber von 2022, Kurzüberblick, Einordnung, Übungsschritte und Fragen sind 2026 ergänzt.

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